Briefe aus Prag – 27

Samstag, 29. November 2014

Postscriptum

Liebe Pragerinnen und Prager,

nun bin ich zurück am heimatlichen Schreibtisch und mein intensiver, fast vierwöchiger Aufenthalt in der Goldenen Stadt ist schon Vergangenheit.

Uhr2

(c) Foto: Jutta Schubert

Zwei Dinge möchte ich zum Abschluss dieser herrlichen, geschenkten Auszeit noch anmerken. Zum einen meine „Top 10“, beziehungsweise „Top 11“ – die Orte, die mich am meisten bewegt haben. Nicht in einer Rangfolge, sondern in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe:

  • Das übergroße Konterfei von Vaclav Havel an der Fassade des Nationalmuseums und wie er mit seinem Lächeln den Wenzelsplatz überstrahlt, 25 Jahre nach der Samtenen Revolution
  • Die Altneusynagoge als ältester erhaltener und noch genutzter Synagogenraum Europas
  • Die Bibliothek des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren in dessen Räumlichkeiten in der Jecna-Straße
  • Das Café Slavia mit seiner für mich wunderbar anregenden und poetisch aufgeladenen Atmosphäre
  • Der Wladislav-Saal im alten Königspalast der Prager Burg, wo die Geschichte atmet
  • Der Ballsaal des Colloredo-Mansfeld Palais, in dem das achtzehnte Jahrhundert aufersteht
  • Der Balkon des Kuppelsaals in der Deutschen Botschaft zum Garten hinaus, von dem aus der ehemalige Außenminister Genscher den wartenden DDR-Bürgern ihre Ausreise verkündete
  • Der Zuschauerraum und die Bühne des ehemaligen Ständetheaters, Aufführungsort der Uraufführung von Mozarts Oper „Don Giovanni“
  • Beethovens Handschrift seiner 4. und 5. Sinfonie im Museum des Lobkowicz-Palais auf dem Hradschin
  • Die historischen Bibliothekssäle im Kloster Strahov
  • und „last but not least“: Kafkas Welt, real und fiktiv, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
Vom Brueckenturm2

(c) Foto: Jutta Schubert

Zum anderen möchte ich mich noch sehr herzlich bedanken. Beim Hessischen Literaturrat für das Autorenstipendium; bei dessen Vorsitzendem Herrn Hartmut Holzapfel für seinen rückhaltlosen Einsatz für die Literatur, sein persönliches Engagement für die Stipendiaten, das ich auch erfahren durfte sowie die anregenden Gespräche mit ihm und die vielen Tipps, die er mir gab; bei der gesamten Mann- (und Frau-) schaft des Prager Literaturhauses, insbesondere bei Programmleiterin Barbara Sramkova und bei Anna Koutska für ihre inhaltliche und organisatorische Begleitung, Beratung und Hilfe sowie bei Herrn Direktor David Stecher, auch für sein unbürokratisches Engagement in Bezug auf meine Unterkunft. Für die anregenden Begegnungen und Gespräche und das Interesse an meiner Arbeit bedanke ich mich außerdem sehr bei Herrn Dr. Füllenbach von der „Prager Zeitung“, beim deutschen Botschafter in Prag, Herrn Dr. von Loringhoven, bei Herrn Frantisek Cerny sowie bei Gerald Schubert von Radio Prag und dem Fotografen Björn Steinz. Mein Dank gilt außerdem meinem Mann, Peter H. Gogolin für seinen selbstlosen Einsatz, alle meine „Briefe aus Prag“ und die Fotos täglich auf meiner Webseite und im Internet zu veröffentlichen. Und ich danke allen interessierten Leserinnen und Lesern meines Blogs für ihre Neugierde und Aufmerksamkeit, ihre schönen Kommentare und ihre Empfehlung und Weiterverbreitung meiner „Briefe“ im Internet.

Auf Wiedersehen, Prag.
Hochachtungsvoll